Feministische Wohngeschichte(n) für die Zukunft. Berlin, Bauhaus und darüber hinaus

Exhibition by Moira Zoitl; events with Ruth Becker, Elke Krasny, Eva Kuschinski, Ulla Terlinden und Christine Zwingl. Curated by Felicita Reuschling and Katharina Koch

exhibition, events series

Moira Zoitl, ›Küchen Torso – von der Reduzierung der Schritte‹, Zweikanalvideo Installationsansicht ›Domestic Utopias‹, nGbK – neue Gesellschaft für bildende Kunst Berlin, 2013. Foto: Ralf Hoedt

Exhibition

Küchen Torso – von der Reduzierung der Schritte // Moira Zoitl

7.9.–18.10.2019 // Wed.-Sat. // 16:00–19:00

Opening

6.9.2019 // 19:00

Widersprüchliche Räume – Wohnung und Haushalt überdenken

Lectures by Elke Krasny and Eva Kuschinski

20.9.2019 // 19:00

Margarete Schütte-Lihotzky und die Frankfurter Küche

Lecture by Christine Zwingl & Talk with Moira Zoitl

21.9.2019 // 16:00

Frauenaufbruch und Wohnungsnot

Lecture by Prof. Dr. Ulla Terlinden

26.9.2019 // 19:00

Frauenwohnprojekte in Deutschland – eine kurze Geschichte
emanzipatorischen Wohnens von Frauen

Lecture by Prof´in i.R. Dr. Ruth Becker

17.10.2019 // 19:00

Teil I: Pionierinnen der Moderne: Ambivalente Raumkonzeptionen und Geschlechterverhältnisse am Bauhaus und darüber hinaus

The event series takes the 100th anniversary of the founding of the Bauhaus as an opportunity to make visible the connections and divergences to the universalistic and presumably neutral value canon of modern living as it was paradigmatically propagated at the Bauhaus. To counter this, early protagonists of the architectural world and feminist discussions about spatial and urban planning are presented, in which gender relations become visible as diverse asymmetrical ideas of living, personal relationships, and professional life. Multiple events in 2019 and 2020 will draw a relationship between the architectural pioneers in the 1920s and the effects of the second wave of the women’s movement on architecture, living, and activism to present notions of living and modernity in a contradictory globalized economy, as well as feminist and inclusive alternatives.

Exhibition

 

Moira Zoitl
Küchen Torso – von der Reduzierung der Schritte

Two-part video installation, 2013

7.9.-18.10.2019 // Wed.-Sat. // 16:00-19:00

Opening

6.9.2019 // 19:00

The two-part video installation focuses on the so-called “Frankfurt Kitchen,” developed by Austrian architect Margarete Schütte-Lihotzky in 1926; the Frankfurt Kitchen is considered the blueprint for the modern fitted kitchen. Kitchen Torso evokes the systematic studies of the rationalisation of housework conducted in the early 20th century; these studies were inspired by Taylorist methods. Formally, the Study: Kitchen Torso refers to the Belvedere Torso [1], whose expressive features are said to result from the absence of limbs. The actress takes the position of the torso sitting on a stool. The movement of her back muscles indicates the various activities in the kitchen. It shows an abstract image of the canon of activity in the kitchen.

Thanks to: Stiftung Haus Schminke, Löbau
[1] A work by Apollonius of Athens from the first century B.C., now located at the Vatican Museum.

http://www.moirazoitl.com/de

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Events

 

Widersprüchliche Räume – Wohnung und Haushalt überdenken: Eine Aktualisierung

20.9.2019 // 19:00

Vorträge „Reproduktionsort und Ware: Die Wohnung als Kristallisationspunkt gesellschaftlicher Widersprüche“ von Eva Kuschinski und „Grundrisse der Reproduktion. Die Haushaltsfrage“ von Elke Krasny (PhD) mit anschließendem Gespräch.

Die Wohnung wie wir sie heute kennen ist ein widersprüchlicher Ort. Sie ist Ort der Reproduktion, an dem Menschen sich erholen, Hausarbeit machen, essen, schlafen und ihren Alltag verbringen. Zugleich ist sie aber als Ware in Kapitalkreisläufe eingebunden. In ihrem Vortrag diskutiert Eva Kuschinski aus feministisch-materialistischer Perspektive die Einbettung der Wohnung in diese widersprüchlichen gesellschaftlichen Verhältnisse.

Wer entsorgt den Müll nach acht Stunden in der Fabrik? Wer ist im Atelier, während gekocht wird? Aus der Perspektive des feministischen Marxismus auf reproduktive Arbeit untersucht Elke Krasny Wohnungsgrundrisse von Bauhausbauten in Dessau und Gemeindebauten des Roten Wien. Ihr Vortrag verfolgt Grundrisse der Reproduktion und verbindet die Haushaltsfrage mit Beispielen aus der Geschichte der Architekturmoderne und Forderungen feministischer Emanzipation.

Margarete Schütte-Lihotzky und die Frankfurter Küche

21.9.2019 // 16:00

Vortrag „Margarete Schütte-Lihotzky und die Zukunft des Wohnens“ von Christine Zwingl und Gespräch mit Christine Zwingl und Moira Zoitl

Leben und Werk der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky (1897 – 2000) sind mit der internationalen Entwicklung des sozialen Bauens, sowie der Frauengeschichte eng verbunden. Von der Siedlerbewegung im Roten Wien führen sie ihre Aufgaben zum Neuen Frankfurt, den Industriestädten der Sowjetunion, zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus und zurück nach Wien. Im Alter von über 90 Jahren resümiert sie mit einer Utopie für künftiges Wohnen.

Bezugnehmend auf die Ausstellung in der alpha nova & galerie stellt Christine Zwingl das Werk von Schütte-Lihotzky im Kontext ihrer Zeit vor und spricht gemeinsam mit der Künstlerin Moira Zoitl über ihre Arbeit Küchen Torso, in deren Mittelpunkt das Konzept der sogenannten Frankfurter Küche steht.

Frauenaufbruch und Wohnungsnot

26.9.2019 // 19:00

Vortrag von Prof. Dr. Ulla Terlinden

Der Vortrag stellt Bezüge und Diskussionslinien von Protagonist*innen des Neuen Bauens und der frühen Frauenbewegung in Deutschland als Ringen um neue Wohnformen und Geschlechterverhältnisse in der industrialisierten Gesellschaft zu Beginn des 20.Jh. vor.

Sozial engagierte Frauen in der frühen Frauenbewegung kämpften Ende des 19. und zu Beginn des 20.Jh. für bessere Wohnverhältnisse in den Arbeiter*innenquartieren der Großstädte. Mit einer „weiblichen Wohnungspflege“ unterstützten sie die Arbeiterinnen in Haushaltung und Kinderversorgung. Damit eröffneten sie für sich einen neuen Berufszweig. Für alleinstehende, berufstätige Frauen fehlten jedoch entsprechende Wohnungen. So wurden Frauenwohngenossenschaften und andere Wohnformen wie z.B. Boardinghouses entwickelt.

Frauenwohnprojekte in Deutschland – eine kurze Geschichte emanzipatorischen Wohnens von Frauen

17.10.2019 // 19:00

Vortrag von Prof´in i.R. Dr. Ruth Becker

Die (vor-)herrschenden Wohnverhältnisse sind immer auch (materialisierter) Ausdruck gesellschaftlicher Normierungen – nicht zuletzt in Bezug auf das Geschlechterverhältnis. Dagegen haben sich Frauen immer wieder gewehrt – angefangen von den mittelalterlichen Beginen bis zu den heutigen gemeinschaftlichen Wohnprojekten für Frauen, auf die sich Ruth Becker in ihrem Vortrag konzentriert.

 

„Feministische Wohngeschichte(n) für die Zukunft: BERLIN, BAUHAUS und DARÜBER HINAUS“ was initiated by Felicita Reuschling and curated in together with Katharina Koch. Felicita Reuschling died in June 2019. The series, of which she was the decisive inspiration for ideas and themes, is to be realized and continued in her spirit and in memory of her as a friend, colleague and ingenious feminist thinker and practitioner.

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