Mit der Ausstellung Not A Typical Persian Girl widmet sich das iranisch-schwedische Künstler*innen-Duo Atoosa Farahmand und Oscar Hagberg den Lebensrealitäten von Frauen und Mädchen in Iran zwischen staatlicher Repression und Widerstand.
Die Islamische Revolution 1979 unterbrach in einschneidender Weise die Selbstbestimmung und gesellschaftliche Teilhabe von Frauen im Iran, die seitdem systematisch entrechtet werden.
Der Tod von Jina Mahsa Amini in Folge brutaler Polizeigewalt löste 2022 landesweite Proteste aus, bekannt unter dem Slogan: „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit). Angeführt wurden und werden sie von Frauen; mitgetragen jedoch von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, die sich gegen das autoritäre Regime richten. Dieses antwortet mit massiver staatlicher Gewalt beantwortet.
In Fotografien, Installationen, Videos und einer Publikation würdigen Atoosa Farahmand und Oscar Hagberg Frauen und Mädchen, die sich den Entrechtungen widersetzen und ihre Handlungsfähigkeit behaupten. Ihre Arbeiten zeigen die kleinen und großen Akte des alltäglichen Widerstands und heben die Beharrlichkeit, den Mut und die Kreativität von Frauen hervor, die sich in einem unterdrückerischen System zurechtfinden müssen.
Der Titel Not a Typical Persian Girl verweist ironisch auf die Zuschreibung, als gesellschaftlich ‚untypisch‘ zu gelten – während das vermeintlich ‚Typische‘ zugleich durch eine repressive politische Ideologie definiert wird. Tatsächlich ist das angeblich ‚untypische Mädchen‘ eine von Millionen Frauen im Iran, die im Alltag immer wieder Risiken eingehen und Widerstand leisten müssen, um ihr Recht auf ein freies Leben zu behaupten.
Farahmand und Hagberg beleuchten, wie Protest und Spiel, Poesie und Humor im andauernden Kampf für Gleichberechtigung und Demokratie koexistieren, und machen Erfahrungen sichtbar, die oft vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben.
In diesem Sinne ist Not a Typical Persian Girl zugleich eine Anerkennung dieses Kampfes und selbst eine Form des Widerstands. „Wir möchten den Blick auf eine marginalisierte Realität lenken und das Publikum zugleich dazu anregen, sich zu fragen, wie dieser Kampf mit unserem eigenen verbunden ist – und welche Verantwortung wir dabei tragen“, sagen Farahmand und Hagberg.
Not A Typical Persian Girl – Buchpräsentation: 7.3.2026 // 17:00
Atoosa Farahmand und Oscar Hagberg stellen ihre kürzlich erschienene Publikation Not A Typical Persian Girl vor, die in Text und Fotografie ihre Recherchen zu Frauenrechten und zur feministischen Bewegung im Iran von 1850 bis heute versammelt sowie aktuellen Stimmen des Widerstands in Form von Interviews mit Frauen und nichtbinäre Personen aus dem Iran und der Diaspora Gehör verleiht.
Biografien
Atoosa Farahmand (1991) ist eine schwedisch-iranische Künstlerin, die in Stockholm lebt. Mit Hilfe von Fotografie, Video, Publikationen und Installationen erforscht sie Widerstand, Identität und Gemeinschaft mit einer Mischung aus schwarzem Humor und Poesie. Ihre Arbeiten beleuchten die Rechte der Frauen im Iran und betonen deren Widerstandsfähigkeit und alltägliche Stärke, geprägt von ihrer eigenen Erfahrung als im Exil lebende Künstlerin, die vom iranischen Regime bedroht wird.








