Weaving Our Words: Migrant Artist Parent Gathering
Partizipativer Workshop mit Mei Homma & Yukiko Nagakura
(in Englisch)
In diesem Workshop möchten wir gemeinsam der Frage nachgehen:
Wie können migrierte Künstler*innen, die zugleich Eltern sind, trotz der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind, weiterhin künstlerisch arbeiten, ihre berufliche Laufbahn fortführen und ihre künstlerische Identität bewahren?
Durch eine gemeinsame künstlerische Arbeit und zusammen mit Kindern möchten wir unsere Stimmen und Erfahrungen miteinander verweben, um mögliche Wege aufzuzeigen, wie sich künstlerische Praxis und Elternschaft miteinander in Einklang bringen lassen. Gleichzeitig möchten wir einen Raum für Austausch, Reflexion und gegenseitige Unterstützung schaffen. Darüber hinaus interessieren uns die alltäglichen Herausforderungen eines multikulturellen Familienlebens – etwa der Umgang mit mehreren Sprachen und kulturellen Identitäten innerhalb und außerhalb des Zuhauses – und die Frage, wie diese Erfahrungen sowohl das Elternsein als auch die künstlerische Praxis prägen.
Erster Schritt | Unsere Stimmen sammeln
Wir werden persönliche Erfahrungen und Herausforderungen als migrierte Künstler*innen und Eltern miteinander teilen. Gemeinsam möchten wir reflektieren, woher diese Schwierigkeiten möglicherweise rühren, beispielsweise aus:
-> gesellschaftlichen und institutionellen Erwartungen
-> geschlechtsspezifischen Zuschreibungen und Sorgearbeit
-> kulturellen und migrationsbedingten Hintergründen sowie dem Leben in multikulturellen Familien (Sprachen, Traditionen, Essen, Kommunikation usw.)
Zweiter Schritt | Gemeinsames Kunstwerk herstellen
Die Teilnehmenden schreiben ihre Gedanken und Stimmen gemeinsam auf ein großes Stück Stoff.
-> Den Stoff in schmale Streifen reißen oder schneiden
-> Die Stoffstreifen zu Seilen verdrehen
(Yukiko wird den Herstellungsprozess demonstrieren.)
-> Die Seile anschließend zu Objekten weiterverarbeiten
Zum Abschluss kommen wir zusammen, um über den gemeinsamen Prozess zu reflektieren und unsere Gedanken auszutauschen.
Zeitplan
13:00 Uhr – Einführung
13:10–13:50 Uhr – Gesprächsrunde und Schreiben von Worten auf den Stoff
13:50–14:20 Uhr – Stoff in Streifen reißen
14:20–15:00 Uhr – Seile herstellen
15:00–15:45 Uhr – Knoten und Weben mit den Seilen
15:45–16:00 Uhr – Abschlussrunde und Reflexion
Hintergrund
Die japanischen Künstlerinnen Mei Homma und Yukiko Nagakura sind Mitglieder von „Artist Parent’s Voice“ und engagieren sich kontinuierlich in Forschung, Austausch und kollektiven Aktivitäten zu den Erfahrungen von Künstler*innen mit Kindern in Japan. Da beide Künstlerinnen außerhalb ihres Herkunftslandes leben, beschäftigen sie sich zudem mit der Frage, wie Migration, Sprache und kulturelle Unterschiede sowohl das künstlerische Arbeiten als auch das Familienleben beeinflussen.
„Artist Parent’s Voice“ entstand als ehrenamtlich getragenes Projekt zur Übersetzung von How Not To Exclude Artist Parents: Some Guidelines for Institutions and Residencies, einem Leitfaden, der von der in Großbritannien tätigen Kunstkritikerin Hettie Judah gemeinsam mit Künstlerinnen und Müttern entwickelt wurde.
Ausgehend von der Erkenntnis, dass sich die Herausforderungen rund um Elternschaft je nach kulturellem und gesellschaftlichem Kontext unterscheiden, konzentriert sich das Projekt darauf, den Stimmen von Künstler*innen mit Kindern in Japan zuzuhören und die spezifischen Bedingungen ihres Lebens zu reflektieren. Durch das Teilen von Erfahrungen und Anliegen, die oft unausgesprochen bleiben, möchte die Initiative einen offeneren Dialog fördern und zu inklusiveren kulturellen Räumen beitragen.
Mei Homma, geboren 1985 in Tokio, schloss 2009 ihr Studium an der Joshibi University of Art and Design ab und erhielt 2011 ihren Master of Fine Art am Chelsea College of Arts in London. Sie lebt und arbeitet in Indonesien und Japan.
In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich mit Feminismus und Geschlechterfragen auseinander, insbesondere mit sexuellen und reproduktiven Gesundheits- und Rechten (Sexual and Reproductive Health and Rights, SRHR), die das Recht von Frauen auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper betonen, sowie mit Geschlechterrollen innerhalb von Familien. Auf Grundlage intensiver Recherchen arbeitet sie mit Video, Fotografie, Installation und Stickerei.
Zu ihren Einzelausstellungen gehört unter anderem Women Were Gatherers? in der Galerie MoMo Projects in Tokio (2025). Darüber hinaus arbeitet sie mit der in Bandung ansässigen Lokus Foundation zusammen und beteiligt sich an deren Kunst- und Wissenschaftsworkshops für Kinder.








