Geographies of Collectivity: Berlin-Yerevan-Tbilisi
Winter School, Workshops und Performance, Präsentationen und Round-Table
Geographies of Collectivity verbindet interdisziplinäre Praktiken feministischer Kollektive aus Berlin, Jerewan und Tiflis. Im Zentrum stehen Kooperationen zwischen alpha nova & galerie futura und zwei Initiativen aus Armenien und Georgien: FemLibrary aus Jerewan und Plasm Platform aus Tiflis.
Ausgangspunkt und Anliegen des Projekts ist es, feministische Infrastrukturen zu vertiefen und zu festigen, die nationale Grenzen überschreiten und auf solidarischen Praxen beruhen. In Armenien und Georgien wie auch in Deutschland gewinnen rechtsreaktionäre Kräfte und Stimmen zunehmend an Einfluss. Davon sind FLINTA (Frauen, Lesben, inter, nicht-binäre, trans und agender Personen) besonders betroffen. Das Projekt begreift transnationale feministische Solidarität als widerständige Antwort auf diese zutiefst beunruhigenden Entwicklungen. Gemeinsam schaffen wir Räume für Begegnung, Resilienz und Praktiken der Pluralität im translokalen kunst- und bildungspolitischen Feld.
Das Projekt besteht aus einer Winter School und einer öffentlichen Veranstaltung. Es stärkt die Beziehungen zwischen Berliner Kulturarbeiter*innen aus dem (queer-)feministischen Kontext und den eingeladenen Gästen und Mitveranstalterinnen. Während ihres Aufenthalts in Berlin gestalten FemLibrary und Plasm Platform die Winter School mit Präsentationen, Workshops und weiteren vermittelnden Formaten mit. Aus Berlin sind außerdem Spinnboden Lesbenarchiv und Bibliothek sowie das Kollektiv Grupa Mauczka eingeladen. Grupa Mauczka widmet sich in künstlerischen, queeren Formaten Fragen von Zugehörigkeit und Erinnerungskultur in Migrationsgeschichten.
Den Abschluss der Winter School bilden Präsentationen und ein moderierter Round-Table mit Arpi Balyan (FemLibrary) und Natia Chikvaidze (Plasm Platform). Dazu kommen Nini Palavandishvili, Beatrice Moumdjian und Sophia Tabatadze, in Berlin lebende Kunst- und Kulturarbeiterinnen mit armenischer und georgischer Migrationsgeschichte, die ihre diasporischen Perspektiven einbringen. Das Gespräch widmet sich unter anderem der Frage, wie sich situierte Erfahrungen in einen transnationalen Rahmen übersetzen lassen, ohne die eigene Position auf die einer „Vermittlerin“ des jeweiligen lokalen Kontextes zu reduzieren. Grundsätzlich geht es darum, wie translokale Solidaritätsnetzwerke zwischen Gruppen und Einzelpersonen aufgebaut und erhalten werden können. Das ist in Zeiten rechtsreaktionärer und autokratischer Backlashes besonders dringlich. Entlang der Verknüpfungen von künstlerischen, aktivistischen, communitybasierten und forschenden Praktiken werden Wissen und (Alltags-)Strategien geteilt und diskutiert. Das Publikum ist eingeladen, sich aktiv einzubringen.
In diesen von vielfältigen Krisen geprägten Zeiten wollen wir einen Raum für gegenseitige Solidarität und Verständigung schaffen.









