Finissage: Von Rosen, Nelken, Netzen

Marleen Hoffmann, Bettina Hohorst, Tina Kiel und Mayan Printz

reading/lecture, Präsentation

Filmstill Von Brot und Rosen

Finissage mit Vortrag und Film

20.04.2012 // 19:30

Finissage der Ausstellung Von Rosen, Nelken, Netzen

Vortrag von Marleen Hoffmann
Ethel Smyth und diem Suffragettenbewegung: Eine Komponistin auf ‚Abwegen’

Filmpräsentation
Von Brot und Rosen (15 min.) in Anwesenheit der Künstlerinnen Bettina Hohorst, Tina Kiel und Mayan Printz

Die Veranstaltung findet auf deutsch statt.

 

Ethel Smyth und die Suffragettenbewegung: Eine Komponistin auf ‚Abwegen‘

Im Herbst 1910 schloss sich die englische Komponistin Ethel Smyth (1858–1944), die bereits ihr Leben lang ihre Benachteiligung als Frau im englischen Musikleben beanstandet hatte, der englischen Frauenwahlrechtsbewegung an. Als Rednerin und mit ihrer Musik, nicht zuletzt mit der Hymne der Suffragettenbewegung, dem March of the Women, den sie der Womens Social and Political Union widmete, diente sie der Bewegung, die sie selbst als: ‚the greatest moral revolution the world has ever seen‘ bezeichnete. Musik, Worte und Fotos werden die Ansichten und die Verbindung dieser Künstlerpersönlichkeit zur englischen Suffragettenbewegung wieder lebendig werden lassen.

“‚The militants converted me,‘ she said. ‚I was always a believer in women, but somewhat diffident in my belief in the Suffragists. When I saw 400 women who were ready to pay personally for their convictions by going to prison I became a strong believer in the demand for women’s enfranchisement. I don’t think you would easily find 400 men who would go to prison for an idea — no matter how sound their belief in it.’”
M. O. Kennedy: „Dr. Ethel Smyth on Women in Orchestras“, in: The Vote (28.01.1911), S. 165.

„Werden die Frauen, wenn Sie das Wahlrecht erst haben, den richtigen Gebrauch davon machen? Das ist jetzt nicht die Frage. Wir müssen es bekommen, dann werden wir studieren, wie man es recht macht. Erst der Besitz der Verantwortlichkeit gibt die Kraft, sie auszuüben. […] Was zählen einige abgebrannte Häuser, in die Luft geflogene Heuschober und es wird solche bald geben, neben dem Unglück, das wir beseitigen wollen! Der weiße Sklavenhandel, zu dem die Regierung das Beispiel gibt, indem es zweieinhalb Pence Näherinnenlohn für ein Militärhemd bezahlt, rechtfertigt jede Gewalttat. Es ist keine Gefälligkeit, die wir erbitten, es ist unser gutes Recht, das wir verlangen.“
Kleine Chronik. Die Suffragette und Komponistin Ethel Smyth im Wiener Frauenklub“, in: Neue Freie Presse (08.11.1912), S. 13.

Marleen Hoffmann ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Ethel-Smyth-Forschungsstelle Detmold/Paderborn.

 

Von Brot und Rosen

„Mythen fungieren als Gleichnisse, aus denen Maßstäbe für das eigene Handeln in Gegenwart und Zukunft abgeleitet werden können. Der 8. März hat viele Gründungsmythen. Wir haben den gewählt, der uns gefällt. Im Sinne von Audre Lodre:
‚I am not free while any woman is unfree, even when her shackles are very different from my own.‘ / ‚Ich bin nicht frei, solange noch eine einzige Frau unfrei ist, auch wenn sie ganz andere Ketten trägt als ich!’“  Bettina Hohorst, Tina Kiel, Mayan Printz

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