Ulla Terlinden: Frauenaufbruch und Wohnungsnot

Prof. Dr. Ulla Terlinden

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Buchcover: Die Wohnungsfrage ist Frauensache!, Terlinden; von Oertzen (Hg.), Reimer-Verlag: Berlin, 2006.

Vortrag und Gespräch

26.9.2019 // 19:00

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Bilder Vortrag

 

Fotos: Marie-Luise Birkholz

Die Veranstaltung wird freundlicherweise unterstützt von

Vortrag von Prof. Dr. Ulla Terlinden

Der Vortrag stellt Bezüge und Diskussionslinien von Protagonist*innen des Neuen Bauens und der frühen Frauenbewegung in Deutschland als Ringen um neue Wohnformen und Geschlechterverhältnisse in der industrialisierten Gesellschaft zu Beginn des 20.Jh. vor.

Ulla Terlinden widmet sich in ihrem Vortrag der weiblichen Wohnungspflege und den neuen Wohnformen für alleinstehende Frauen. In der frühen Frauenbewegung um die Wende vom 19.zum 20. Jahrhundert gab es eine breite Debatte um die sogenannte Wohnungsfrage. Gemäß ihrer traditionellen Rollenvorstellungen sahen sich die bürgerlichen Frauen als Expertinnen für Haushalt und Wohnen. Weibliche Wohnungspflege in Haushalten der Arbeiterklasse wurde zu einem Beruf. Dieser und andere Berufe öffneten sich für alleinstehende Frauen und führten zu neuen Wohnbedürfnissen, denn in den großen Städten der frühen Industrialisierung waren vor allem zwei Wohntypen gebaut worden, die Arbeiter*innenquartiere und die bürgerlichen Viertel. Großzügige bürgerliche Etagenwohnungen wurden umgewandelt zu Frauenwohngenossenschaften, später im Zuge des neuen Bauens wurden die „Wohnung für die berufstätige Frau“, Apartmenthäuser sowie Boardinghouses entwickelt. Letztere, meist mit kleiner Teeküche und Serviceversorgung oder gemeinschaftlicher Haushaltung. Bereits zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde in der Frauenbewegung kontrovers über die Zentralisierung der Hausarbeit diskutiert. Gegensätzliche Positionen nahmen dabei Lilly Braun und Clara Zetkin ein.

Prof. Dr. Ulla Terlinden
Studium der Soziologie und Stadtplanung an der TU Berlin. Nach Promotion und Habilitation und Gastprofessuren, Ruf auf eine Professur für sozio-ökonomische Grundlagen urbaner Systeme an der Universität Kassel. Seit 2008 emeritiert. Lebt in Brandenburg und Berlin. Aktivistin in der Frauenbewegung in den siebziger Jahren zu den Themen: Feminismus, Architektur und Stadtplanung.

Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der Reihe „Feministische Wohngeschichte(n) für die Zukunft. Berlin, Bauhaus und darüber hinaus“ (6.9.-18.10.2019).

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